Unerfüllter Kinderwunsch: Ursachen

Warum werde ich, beziehungsweise weshalb werden wir, nicht schwanger? Dieser Satz geht sicher vielen Paaren durch den Kopf, wenn sie schon länger versuchen, ein Kind zu bekommen. Wir haben für Sie die häufigsten Gründe zusammengestellt, warum es nicht klappen könnte.

„Was viele nicht wissen: Ursachen finden sich zu ca. jeweils einem Drittel beim Mann, bei der Frau oder sind nicht erklärbar. Auch deshalb sollte Paare sich frühzeitig gemeinsam kümmern“

Prof. Dr. Med. Michael Zitzmann
Facharzt für Innere Medizin,
Endokrinologie und Andrologie,
Universitätsklinikum Münster

Unerfüllter Kinderwunsch: Das sind mögliche Ursachen

Sie beide probieren schon seit Längerem vergebens, ein Kind zu zeugen? Häufig stellen sich Paare dann Fragen wie:

  • Warum werde ich / werden wir nicht schwanger trotz Eisprung?
  • Warum werde ich / werden wir nicht schwanger, obwohl alles in Ordnung ist?

Diese Ungewissheit belastet beide in der Beziehung – reden Sie also miteinander, so können Sie sich gegenseitig unterstützen. Machen Sie sich aber nicht zu große Sorgen, warum es nicht gleich am Anfang klappt und die Natur einen leichten Anstoß braucht – meist kann der Grund behoben werden.

Gründe bei der Frau

Wenn die Schwangerschaft auf sich warten lässt, kann es entweder an physischen, psychischen oder äußeren Faktoren liegen. Möglich ist aber auch eine Kombination von mehreren Punkten.
Zu den körperlichen Einschränkungen, die möglicherweise die Fruchtbarkeit beeinflussen, gehören:

  • starkes Unter- oder Übergewicht: Führt zur Bildung von zu viel oder zu wenig Östrogenen, wodurch ein hormonelles Ungleichgewicht entstehen kann. Unter Umständen entstehen Unregelmäßigkeiten des Zyklus.
  • Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion (Hyper- oder Hypothyreose): Beide Erkrankungen können die Reifung der Eizellen beeinträchtigen.
  • Diabetes: Ein gestörter Insulinstoffwechsel behindert die Eizellenreifung.
  • Endometriose: Die Gebärmutterschleimhaut lagert sich in diesem Fall auch an anderen Organen an; es kann zu Unfruchtbarkeit führen, wenn diese gebildeten Wucherungen die Eierstöcke blockieren, verkleben oder vernarben.
  • Verklebungen der Eileiter: Dazu kommt es mitunter nach Entzündungen.
  • Gebärmutterveränderungen: Es können sich beispielsweise Myome (gutartige Gebärmutterknoten) bilden.
  • Krankheiten der Scheide und im Gebärmutterhalskanal: Verschiedene Einflüsse können für eine Unfruchtbarkeit verantwortlich sein. Beispiele hierfür sind eine Infektion mit Keimen wie Chlamydien oder Pilzen sowie Probleme mit dem Zervixschleim (Gebärmutterhalsschleim). Wird dieser während des Eisprungs nicht dünnflüssiger, können Spermien nur schwer bis zur Eizelle vordringen.
  • Störungen der Eierstöcke: Bei zu geringer Bildung von Eibläschen oder keinem monatlichen Eisprung ist eine Schwangerschaft nicht möglich.

Lassen Sie unbedingt von einem Facharzt abklären, ob eine medizinische Ursache vorliegt. Er kann eine zweifelsfreie Diagnose stellen und unterstützt Sie bei allen weiteren Schritten. Damit erhöhen Sie trotz etwaiger Einschränkungen die Chance schwanger zu werden.

Aber auch äußere Einflüsse erschweren manchmal das Schwangerwerden:

  • Anstrengung: Aktivitäten wie schwere körperliche Arbeit und extreme sportliche Verausgabungen haben Einfluss auf den Hormonhaushalt.
  • Drogen, Alkohol und Nikotin: Zu hoher Alkoholkonsum kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Nikotin hat Auswirkungen auf die Durchblutung der Fortpflanzungsorgane.
  • Medikamente: Blutdrucksenkende Mittel oder solche, die Kortikosteroide enthalten, können die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen.
  • ungesunde Ernährung: Das Essen sollte ausgewogen sein, um eine Unterversorgung mit Nährstoffen zu vermeiden.

Außerdem kann es in sehr seltenen Fällen zu einer sogenannten immunologischen Abwehrreaktion kommen. Dabei gelingt die Befruchtung nicht, da der weibliche Organismus entweder die eigene Eizelle oder die Spermien des Mannes abstößt.

Ursachen beim Mann

Auch bei Männern besteht die Möglichkeit, dass das Immunsystem den eigenen Samen als Fremdkörper ansieht und somit bekämpft. Andere Faktoren, wie beispielsweise Stress, behindern möglicherweise zudem den Kinderwunsch:

  • schlechte Spermienqualität: Es gibt keine vollständig entwickelten Samenfäden, wodurch die Bewegungsfähigkeit der Spermien eingeschränkt ist oder die Samenflüssigkeit zu wenige Spermien enthält.
  • Schädigung der Hoden: Sie kann durch Verletzungen wie beim Leistenbruch oder bei Krankheiten (beispielsweise Mumps) und durch Entzündungen hervorgerufen werden.
  • Hormonerkrankungen: Können die Ursache für Unfruchtbarkeit sein.
  • Fehlbildungen der Geschlechtsorgane: Beispielsweise kann ein Hodenhochstand eine Zeugungsunfähigkeit verursachen.
  • Medikamente: Arzneimittel können die Spermienqualität negativ beeinflussen – zum Beispiel Anabolika (meist mit Testosteron), Antiepileptika (Epilepsie) oder Antihistaminika (bei Allergien).
  • Drogen: Regelmäßiger Rauschgiftkonsum (Cannabis) und Rauchen von Nikotin beeinflussen die Spermien negativ.
  • starkes Übergewicht: Es kann zur Verschlechterung der Samenqualität führen.

Bei organisch bedingten Schwächen ist eine medizinische Therapie in der Regel ratsam. Und für andere Einschränkungen gibt es sinnvolle Hilfsmittel: Probieren Sie es doch einmal mit verschiedenen Präparaten für den Kinderwunsch.

Gemeinsame Probleme des Paars

Bei einem nicht erfüllten Kinderwunsch gibt es Ursachen, die allein die Frau oder allein den Mann betreffen. Allerdings kann eine Unfruchtbarkeit auch durch geschlechtsunspezifische Gründe ausgelöst werden. Daher ist es ratsam, bei einem nicht erfüllten Kinderwunsch alle Komponenten abklären zu lassen. Hier gilt also ebenso: Achten Sie nicht nur auf den Mann oder die Frau, sondern immer auf sich beide:

  • Geschlechtskrankheiten: Dazu zählt zum Beispieleine Infektion mit Chlamydien (diese können bei Frauen einen Eileiterverschluss und bei Männern Prostata- und Nebenhodenentzündungen verursachen).
  • höheres Alter: Auch hier betrifft es beide – die Spermienqualität der Männer nimmt im Alter ab, genauso wie die Fruchtbarkeit der Frauen.
Das A und O in dieser Situation, aber auch bei körperlichen Einschränkungen, ist die Kommunikation der Paare. Sprechen Sie Ihre Ängste offen an und versuchen Sie, sich gegenseitig Halt zu geben.

Wenn es mit dem zweiten Kind nicht mehr klappt

Sie haben schon eine Tochter oder einen Sohn und möchten noch ein weiteres Kind, doch es will einfach nicht klappen? Dieses Phänomen nennen Mediziner sekundäre Sterilität. Grund dafür können die bereits aufgeführten Ursachen sein. Außerdem spielt hier meist auch das Alter eine Rolle, das möglicherweise zu einem Nachlassen der Fruchtbarkeit führt. Lassen Sie sich nicht entmutigen! Probieren Sie zusammen doch ein paar Tipps aus:

Eltern und Sohn stehen neben Babyschuhen und fragen sich, wann es mit dem zweiten Kind klappt.
Wann kommt das zweite Kind?
Zusammenhalt in der Partnerschaft ist, neben dem Abklären der Ursachen beim Arzt, das Wichtigste, um dem unerfüllten Kinderwunsch – sei es beim ersten oder beim zweiten Kind – gegenzusteuern.

FAQs: Was möchten Sie noch wissen?

Wen betreffen die Ursachen einer eingeschränkten Fruchtbarkeit?
Sowohl Frauen als auch Männer können vorübergehend unfruchtbar sein. Außerdem führen die Ungewissheit und der empfundene Druck manchmal zu seelischen Belastungen. Diese haben möglicherweise Auswirkungen auf beide Partner.
Warum werde ich nicht schwanger?
Wenn es mit dem Kinderkriegen nicht funktioniert, spielen verschiedene Ursachen eine Rolle: Neben körperlichen Störungen oder Erkrankungen können auch äußere Faktoren und psychische Belange ausschlaggebend sein.
Was versteht man unter Hormonstörungen beim Mann?
Für die Spermienbildung sind die beiden Hormone LH (Luteinisierende Hormon) und FSH (Follikelstimulierende Hormon) von großer Bedeutung. Das erste ist für die Testosteronproduktion zuständig und das zweite für die Neubildung von Spermien. Hormonelle Fehlfunktionen können letztendlich zur Unfruchtbarkeit beitragen.
Wie sieht die Behandlung aus?
So verschieden die Ursachen für eine ausbleibende Schwangerschaft sind, so individuell werden auch die Therapien abgestimmt. Diese reichen von Entspannungsübungen über Hormontherapie bis hin zu Operationen oder der Aufbereitung von Spermien. Zudem unterstützen Sie die Produkte von consiva® auf natürliche Weise bei Ihrem Kinderwunsch.